Hirschbrunft

Ein lang gehegter Wunsch von mir war es, zur Zeit der Hirschbrunft in einer Gegend zu fotografieren, in der es viel Rotwild gibt. In der Lausitz gibt es entsprechende Gebiete und in diesem Jahr habe ich es endlich geschafft, Ende September 2 Tage Urlaub dafür zu nehmen. Mein Ziel war das Niederspreer Teichgebiet, in dem ich vor einigen Jahren schon Erfahrungen mit der Tierfortografie sammeln konnte.

Leider teilte mir die Wirtin der Pension mit, dass die Stelle von damals nicht mehr von Tieren frequentiert wird. Es sei in diesem Jahr zu viel Wasser in dem entsprechenden Teich. Na ja, das Gebiet ist ja groß und so suchte ich eine andere geeignete Stelle. Ich erkundete bei herrlichem Wetter zunächst das Gebiet mit dem Fahrrad. Dabei begleitete mich selbst am frühen Nachmittag das Röhren der Hirsche.

Am Abend suchte ich dann eine Stelle auf, die mir gut geeignet erschien und siehe da, vier andere Hobbyfotografen hatten sich ebenfalls schon dort postiert. Zwei weitere kamen dann noch nach mir. Getarnt lauschten wir dem Röhren der Hirsche und hofften, dass sie sich aus der Deckung des Schilfgürtels heraus bewegen würden. Leider vergebens. Es wurde finster, aber kein Hirsch ließ sich sehen. Eine Schar Gänse überflog uns auf dem Weg zu ihren Schlafplätzen.

Am nächsten Morgen war ich gegen 6:00 Uhr wieder zur Stelle. Diesmal waren ebenfalls schon einige Kollegen da, weitere folgten. Die Stimmung am Morgen war herrlich. Das Wetter ebenso – recht frisch aber wolkenlos. Die Hirsche röhrten, mal in der Ferne mal näher.

Leider ließ sich wieder keines der Tiere sehen. Schade eigentlich, aber ich hatte ja noch einen Tag Zeit. Auf dem Rückweg erhielt ich dann im Gespräch mit einem Einheimischen noch einen Tip für eine andere Stelle zur Beobachtung.

Den Tag verbrachte ich mit der Erkundung der landschaftlich sehr schönen Gegend. Neben Silberreihern waren da auch Kraniche unterwegs.

Am nächsten Abend habe ich, dem Tip meines Gesprächspartners vom Vortag folgend, einen anderen Platz ausgewählt. Ich war rechtzeitig zur Stelle, um mich gut zu tarnen und ab 17:00 Uhr die Gegend zu beobachten. Auch hier war das Röhren gut zu hören, mal etwas näher, mal ferner. Dann plötzlich hörte ich, wie auf der Insel gegenüber Bewegung im Wasser war und Sekunden später trat er aus dem Schilf heraus – der Hirsch, gefolgt von seiner Dame. Und das bei schönstem Abendlicht. Ich war begeistert! Stolz blickte er um sich und dann schritten beide durch das Wasser zur anderen Seite des Teiches.

Am nächsten Morgen war ich schon vor 6:00 Uhr zur Stelle und folgte im Schein der Stirnlampe den Weg durch den Wald. Da es windstill war, war das Röhren besonders gut zu hören. Es klang, als würde der ganze Wald dröhnen. Und das in der Finsternis – sehr beeindruckend. Ich platziert mich dann an gleicher Stelle wie am Vorabend und genoß den herrlichen Sonnenaufgang am Teich. Ein Hirsch ließ sich leider nicht noch einmal sehen. Zwar schade, aber immerhin war es mir am Vortag gelungen, ein paar Bilder zu schießen.

Hirschbrunft

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